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1948-2018: Vom Marshallplan für Europa zum Marshallplan mit Afrika
Was wäre aus Deutschland geworden, hätte es den Marshallplan nicht gegeben? Wäre das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre möglich gewesen? Vermutlich nicht. Unbestritten ist der positive Effekt des Marshallplans. Genau 70 Jahre ist es jetzt her, dass US-Präsident Harry S. Truman die Aufbauhilfe für Europa unterzeichnete.
In den folgenden Jahren verschwanden im Westen die Ruinen; es entstanden die modernsten Volkswirtschaften der Welt. Zum 70. Geburtstag soll die Idee neu aufgenommen werden: CDU und CSU wollen einen Marshallplan mit Afrika umsetzen. Der Plan steht schon seit 2017. Jetzt gibt es auch die Zustimmung in der Koalition.
„Wir brauchen einen Paradigmenwechsel und müssen begreifen, dass Afrika nicht der Kontinent billiger Ressourcen ist, sondern die Menschen dort Infrastruktur und Zukunft benötigen“, schreibt dazu Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auf der Seite des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Neue Kultur der Selbständigkeit
Schon in ihrem gemeinsamen Regierungsprogramm vom Juli 2017 forderten CDU und CSU den Marshallplan mit Afrika. Im Programm heißt es: „Ein solcher moderner Marshall-Plan des 21. Jahrhunderts soll die Empfänger in Afrika zu eigenverantwortlichem unternehmerischen Handeln befähigen. Gemeinsam mit der Afrikanischen Union wollen wir erreichen, dass eine neue mittelständische Kultur der Selbstständigkeit entsteht.“
Und weiter heißt es: „Unser Marshall-Plan mit Afrika soll eine breite Welle der Unterstützung auch in anderen Ländern auslösen. Dabei sollen vor allem auch private Investitionen mobilisiert werden.“
Afrika wächst
Der so genannte schwarze Kontinent kann jede gute Hilfe zur Selbsthilfe gebrauchen: Die Bevölkerung wächst rasant, hat sich in nur vier Jahrzehnten auf rund eine Milliarde verdoppelt. In dreißig Jahren werden es schon zwei Milliarden sein, so die Prognose. Hinzu kommt: Korrupte Regierungen, Bürgerkriege und Trockenheit machen vielen Ländern zu schaffen.
Es gibt jedoch auch zahlreiche positive du hoffnungsvolle Ansätze: Etwa die Hälfte der 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften liegen in Afrika. 2035 wird Afrika das größte Arbeitskräftepotenzial weltweit haben. Hier wachsen die globalen Märkte, die Kunden und Mitarbeiter der Zukunft heran, analysiert das BMZ.
Wirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie stärken
Wie schon beim Marshallplan 1948 geht es bei der angedachten Zusammenarbeit aber nicht nur um wirtschaftliche Unterstützung, Handel und Arbeitskräfte. Die Unionsparteien setzen sich für eine dauerhaft friedliche, stabile und gerechte Ordnung in der Welt ein, damit die Menschen bessere Lebensbedingungen haben. Frieden und Sicherheit sind genauso Voraussetzung für die weitere Entwicklung wie eine funktionierende Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Deshalb sollen diese Punkte wichtige Bausteine im Marshallplan mit Afrika sein. Ziel ist eine neue Partnerschaft mit Afrika. 70 Jahre nach dem Marshallplan für Europa nimmt die Idee von damals wieder Fahrt auf.
JUK